Jules A. Hoffmann

Robert-Koch-Preis 2004, gemeinsam mit Shizuo Akiran und Bruce A. Beutler

Die Robert-Koch-Stiftung hat den erstmals mit 100.000 Euro dotierten Robert-
Koch-Preis 2004 zu gleichen Teilen an die Professoren Jules A. Hoffmann, Bruce A.
Beutler und Shizuo Akira verliehen. Die Wissenschaftler erhielten den Preis für ihre
bahnbrechenden Forschungen zu den molekularen Mechanismen, die der Signalerkennung,
der Signaltransduktion und den Effektorfunktionen bei der angeborenen Immunität
zugrunde liegen.

Professor Dr. Jules A. Hoffmann (63) ist Leiter des CNRS-Instituts für Molekulare und
Zelluläre Biologie in Strassburg, Frankreich. Nachdem er nachweisen konnte, dass im Blut der Fruchtfliege Drosophila hochaktive Abwehrstoffe gegen Bakterien und Pilze
vorhanden sind, gelang ihm die Isolierung von antibiotischen Substanzen. Auf der Basis
der Abwehrstoffe der Insekten entwickelt Hoffmann neue Antiinfektiva. Diese
Forschungen führten Hoffmann zu den immunologischen Abwehrfunktionen des Toll-
Rezeptors in Insekten. Ihm gelang die Aufklärung der Signalübertragungs-Wege, die durch diese Bindungsstellen eingeleitet werden. Der Toll-Rezeptor in Insekten hat große
Ähnlichkeit mit Rezeptoren im Menschen, die deshalb als Toll-ähnliche Rezeptoren (Toll-
Like Receptor: TLR) bezeichnet werden.

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