Tasuku Honjo

Robert-Koch-Preis 2012

Tasuku Honjo wurde für seine bahnbrechenden Arbeiten zur molekularen Immunologie und Medizin mit dem Robert-Koch-Preis 2012 ausgezeichnet. Er klärte fundamentale Mechanismen des Immunsystems zur Abwehr von Krankheitserregern auf, mit der die Bindung an ein Antigen und seine Eliminierung verbessert werden. Dazu gehört der Prozess der somatischen Hypermutation, einem molekularen Mechanismus, mit dem spezifische Antikörper gegen Antigene gebildet werden. Honjo klärte auf, dass das von ihm entdeckte Enzym AID (Aktivierungs-induzierte Deaminase) die Bindungsstelle des Antikörpers durch somatische Hypermutation verändert ebenso wie die Funktion der Antikörper durch Austausch von Teilen der Antikörpergene. Dieser Vorgang wird als Klassenwechselrekombination bezeichnet. Die Mutationsrate liegt etwa eine Million Mal über der natürlichen Mutationsrate und wird deshalb als Hypermutation bezeichnet. Außer der bahnbrechenden Entdeckung der Klassenwechselrekombination entdeckte Honjo unter anderem das Molekül PD-1 (programmed cell death 1, programmierter Zelltod 1), einen negativen Co-Rezeptor in der Effektorphase der Immunantwort. Eine Modulation von PD-1 kann zur Behandlung von viralen Infektionen, Autoimmunreaktionen und auch Tumoren beitragen. Honjos wissenschaftliche Entdeckungen sind demnach von fundamentaler Bedeutung für das Verständnis von Immunität, Immunerkrankungen und der Krebsbiologie.

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