Preisverleihung der Robert-Koch-Stiftung e. V. an die Professoren Gordon und Fauci

Ehrung und Anerkennung für bahnbrechende Arbeiten zur Analyse von Mikroben sowie zur Pathogenese der HIV-Infektion

Berlin, 15.11.2013

Wie „Hausgäste“ im Darm für das Wohlbefinden des Menschen sorgen / Wie Patienten von der jahrzehntelangen Erforschung des HI-Virus profitieren

Die Robert-Koch-Stiftung e. V. hat den mit 100.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis 2013 an Professor Dr. Jeffrey I. Gordon, Director of the Center for Genome Sciences and Systems Biology an der Washington University in St. Louis, USA, verliehen. Gleichzeitig wurde Professor Dr. Anthony S. Fauci, Director of the National Institute of Allergy and Infectious Diseases, Bethesda, Maryland, USA, mit der Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die Preise überreichte Frau Ministerialdirektorin Karin Knufmann-Happe, Leiterin der Abteilung „Gesundheitsschutz, Krankheitsbekämpfung, Biomedizin“ beim Bundesgesundheitsministerium am 15. November 2013 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Robert-Koch-Preis
Der Mikrobiologe Jeffrey Gordon wurde für seine bahnbrechenden Arbeiten zur molekularen Analyse von Mikrobengemeinschaften im menschlichen Darm ausgezeichnet. Unter anderem durch seine Untersuchungen wurde deutlich, dass Mikroben nicht nur Krankheiten auslösen können und deshalb bekämpft werden müssen, sondern dass sie nützliche „Freunde“ sind und der Mensch eine großartige Ansammlung von mikrobiellen und menschlichen Zellen sowie Genen ist. Mikroben treten aktiv mit dem Körper in Wechselwirkung und prägen dabei Physiologie, Stoffwechsel und Immunsystem des Menschen in vielerlei Hinsicht.
Die Arbeiten von Professor Gordon zu den genomischen und metabolischen Grundlagen der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Darmmikroben trugen wesentlich zu neuen Erkenntnissen zum Wohlbefinden des Menschen und seinem Ernährungszustand bei und haben die Tür zu neuen Behandlungsansätzen für die Medizin des 21. Jahrhunderts aufgestoßen.

Robert-Koch-Medaille in Gold
Professor Fauci erhielt die Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk auf dem Gebiet der HIV-Forschung. Als Anfang der 1980er Jahre eine rätselhafte Erkrankung ins Licht der Öffentlichkeit rückte, suchte der Immunologe zusammen mit seinen Kollegen nach der Pathogenese dieser Infektion. Fauci zählt zu den Pionieren der Aufklärung der Immunregulation bei der Infektion mit dem HI-Virus, indem er molekulare und zelluläre Mechanismen in infizierten Zellen identifizierte. Das Verständnis der Störung der Helferzellen (CD4+ T-Zellen) bei HIV-Infizierten bildete die Grundlage für die antiretrovirale Therapie, unter der die Lebenserwartung der Patienten heute erheblich gestiegen ist.
Fauci zeichnet sich nicht nur durch seine Forschungsarbeiten aus, sondern auch durch andere Initiativen, wie seine Unterstützung des staatlichen AIDS-Nothilfeprogramms in den USA, das Millionen Betroffenen vor allem in Afrika half. Für weitere Initiativen, wie die Gestaltung von Programmen zur Bekämpfung von Malaria, Tuberkulose und Grippe-Pandemien zeichnete Fauci hauptsächlich verantwortlich.

Postdoktorandenpreise für junge Wissenschaftler
Die mit je 5.000 Euro dotierten Postdoktorandenpreise der Robert-Koch-Stiftung für herausragende Arbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses wurden während des Festakts ebenfalls verliehen. Die Deutschen Gesellschaften für Hygiene und Mikrobiologie, Immunologie und Virologie haben ein Vorschlagsrecht.
Dr. rer. nat. Stefanie Eyerich, München, wurde mit dem Preis für Immunologie für ihre Untersuchungen zur Regulation der epithelialen T-Zell-Immunantwort ausgezeichnet. Dr. Luisa Fernanda Jimenez-Soto, München, bekam den Preis für Mikrobiologie in Anerkennung ihrer Untersuchungen zur Struktur und Funktion des cag-TypIV Sekretionssystems von Helicobacter pylori. Den Postdoktorandenpreis für Virologie erhielt Dr. rer. nat. Hanna-Mari Baldauf, Frankfurt/Main, für ihre Untersuchungen zur Interaktion von HI-Viren und Abwehrzellen.

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