Preisträger legen die Grundlage für
dramatische Fortschritte bei der Therapie der Hepatitis-C-Infektion

21. April 2015

Professoren Bartenschlager und Rice erhalten Robert-Koch-Preis zu gleichen Teilen, Professor Piot die Robert-Koch-Medaille in Gold

Berlin – Die Robert-Koch-Stiftung verleiht den diesjährigen, mit 100.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis, zu gleichen Teilen an die Professoren Ralf Bartenschlager, Heidelberg, und Charles M. Rice, New York, USA. Mit dem Preis werden die bahnbrechenden Forschungsarbeiten beider Molekularbiologen gewürdigt, Zellvermehrungssysteme für Hepatitis-C-Viren entwickelt zu haben. Damit wurden die Grundlagen für Tests von effektiven neuen Substanzen gegen die Leberzellinfektion geschaffen.

Professor Peter Piot, London, Großbritannien, erhält die Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk, insbesondere für die Mitentdeckung des Ebola-Virus und die Etablierung präventiver Strategien gegen die Ausbreitung der HIV-Infektion in Afrika. Die Preise und die Auszeichnung überreicht während eines Festakts am 6. November 2015 voraussichtlich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin.


Fotos und Lebensläufe der Preisträger:
>>Ralf Bartenschlager
>>Charles M. Rice
>>Peter Piot


Der Robert-Koch-Preisträger Professor Dr. Ralf Bartenschlager ist Leitender Direktor der Abteilung Molekulare Virologie an der Universität Heidelberg. Gleichzeitig leitet Bartenschlager den Forschungsschwerpunkt Infektionen und Krebs am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Der zweite Robert-Koch-Preisträger, Professor Dr. Charles M. Rice, ist Direktor des interdisziplinären „Centers for the Study of Hepatitis C“ an der Rockefeller University, New York, USA. Beide Preisträger haben zum Verständnis des Lebenszyklus der Hepatitis-C-Viren beigetragen. Es gelang ihnen, vielversprechende antivirale Ziele zu identifizieren und Virusvermehrungsysteme in Zellkulturen für die Grundlagenforschung zu etablieren, die auch für Arzneimittel-Screening und Prüfsysteme genutzt werden können.

Die HCV-Infektion kann bei chronischem Verlauf zu Leberzirrhose und Leberzellkar-zinom führen. Mit neuen durch diese Grundlagenforschung katalysierten Therapie-optionen besteht nun die Möglichkeit, das Virus dauerhaft in der überwiegenden Mehrheit der behandelten Patienten zu eliminieren. Weltweit sind etwa 170 Millionen Menschen mit dem HC-Virus infiziert, in Deutschland 400.000 bis 500.000 Personen.

Medaille in Gold für weltweite Prävention für Infektionskrankheiten

Seinen Kampf gegen Infektionskrankheiten charakterisieren das Lebenswerk von Professor Dr. Peter Piot, Direktor der London School of Hygiene & Tropical Medicine, London, Großbritannien. Piot war 1976 Mitentdecker des Ebola-Virus in Zaire. Wei-terhin führten seine zahlreichen internationalen Aktivitäten unter anderem zu Er-kenntnissen über die heterosexuelle Ausbreitung des HI-Virus und zur Erforschung und Umsetzung präventiver Strategien gegen AIDS in afrikanischen Ländern. Piot engagierte sich auch darin, substanzielle Preisreduzierungen für antiretrovirale Medikamente auszuhandeln, wodurch HIV-Präventionsprogramme in Entwicklungsländern etabliert werden konnten.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Schirmherr der 1907 gegründeten Stiftung ist Bundespräsident Joachim Gauck.

Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den höchstrangingen wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Aus-zeichnungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.

Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakte-riologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

Kontakt:
Christine Howarth, Geschäftsstelle der Robert-Koch-Stiftung
Tel: +49 (0)30-468-11599, E-Mail: info@robert-koch-stiftung.de

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