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Medien

Aktuelle Presse-Informationen

26. April 2022

Robert-Koch-Preis 2022 für Philip Felgner und Drew Weissman

  • Ehrung für Lebenswerk: Jörg Hacker erhält Robert-Koch-Medaille in Gold
  • Save the date: Preisverleihung am 11. November 2022 in Berlin
Berlin – Der Robert-Koch-Preis 2022 wird an Philip Felgner und Drew Weissman vergeben. Die beiden US-amerikanischen Wissenschaftler werden für grundlegende Beiträge zum Transfer von Nukleinsäuren in Zellen ausgezeichnet – eine zukunftsweisende Technologie für den Einsatz bei Infektionskrankheiten, aber auch in der Gentherapie und bei der Behandlung von Krebs. So haben mRNA-Impfstoffe entscheidend zur Bewältigung der Corona-Pandemie beigetragen. Die Verleihung des Preises findet am 11. November 2022 in Berlin statt.

„Wenn in der Öffentlichkeit von sensationellen Entwicklungen gesprochen wird, die Tausenden und gar Millionen Menschen das Leben retten, blicken Wissenschaftler*innen bereits auf viele lange Jahre der Forschung, der unermüdlichen und geduldigen Arbeit und nicht selten auf Hindernisse und Umwege zurück, bevor sie ans Ziel gelangt sind“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Plischke, Vorsitzender der Robert-Koch-Stiftung. „Wir zeichnen daher in diesem Jahr zwei Wissenschaftler aus, deren bahnbrechende Arbeit derzeit ganz aktuell einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung von Impfstoffen hat – und wollen gleichzeitig ein Zeichen setzen, dass neben der Bekämpfung der Corona-Pandemie die Forschung an Impfstoffen auch den Weg dafür ebnet, Menschen vor anderen Krankheiten zu schützen.“

Prof. Dr. Andreas Radbruch, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der Robert-Koch-Stiftung, fügt hinzu: „Wir ehren mit Philip Felgner und Drew Weissman zwei Wissenschaftler, die den medizinischen Einsatz von den biologischen Informationsträgern, den Nukleinsäuren, erst ermöglicht haben. Sie haben Methoden entwickelt, um diese ‚Boten’ in Zellen einzuführen, und um die natürliche Abwehrreaktion der Zellen zu verhindern.“

Die Preisträger des Robert-Koch-Preises 2022:

Dr. Philip Felgner ist Direktor der University of California, USA, des Irvine Vaccine Research and Development Center und der Protein Microarray Laboratory and Training Facility. Seine Forschungsgebiete sind der Aufbau und die Funktion von Zellmembranen, die Ordnung in der Zelle schaffen, und die Frage, wie man Substanzen in die Zellen einschleusen kann.

Philip Felgner wird für die Entwicklung der Lipofektion mit dem RobertKoch-Preis 2022 ausgezeichnet, einer Technologie, bei der Wirkstoffe in sogenannte Liposomen verpackt werden, also mit einer Membran umgeben, die der Zellmembran ähnelt. Bei Kontakt mit einer Zelle fusionieren die Membranen des Liposoms und der Zelle. So wird der Wirkstoff in die Zelle eingeschleust. Bereits 1989 hat Philip Felgner auf diese Weise erfolgreich Nukleinsäuren in Zellen eingeschleust, und gezeigt, dass die Zellen dann auch die Proteine herstellen, deren Baupläne die Nukleinsäuren kodieren. Die Liposomentechnologie ist nicht nur die Grundlage der modernen mRNA-Impfstoffe, sie findet breite Anwendung in der Grundlagenforschung und ist eine Schlüsseltechnologie der Medizin, um Wirkstoffe in Zellen einzuschleusen.

Prof. Dr. Drew Weissman ist Professor für Medizin an der Perelman School of Medicine an der University of Pennsylvania, USA. Er ist ein Pionier auf dem Gebiet der mRNA-Therapien.

Schleust man Nukleinsäuren in Zellen ein, werden sie von den Zellen als fremd erkannt und die Zellen reagieren wie bei einer Infektion mit einem Virus. Zusammen mit Katalin Karikó, die in diesem Jahr mit dem Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis ausgezeichnet wurde, gelang es Drew Weissman, mRNA so zu verändern, dass sie von den Zellen nicht mehr als fremd erkannt wird, und deshalb auch keine Abwehrreaktion mehr auslöst. Dabei werden bestimmte natürliche Bausteine der Nukleinsäuren durch unkonventionelle Bausteine ersetzt. Diese Entwicklung ermöglichte erst den breiten Einsatz der mRNA-Impfstoffe, weil sie die Nebenwirkungen akzeptabel machte.

Philip Felgner und Drew Weismann werden gemeinsam mit dem mit 120.000 Euro dotieren Robert-Koch-Preis 2022 ausgezeichnet.

Robert-Koch-Medaille in Gold

Prof. Dr. Jörg Hacker hat sein Leben in herausragender Weise der Wissenschaft und der Wissenschaftsförderung gewidmet und wird mit der Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Jörg Hacker ist „nicht nur ein herausragender Wissenschaftler“, sagte die damalige Bundesministerin für Gesundheit, Ulla Schmidt, 2008 über ihn. „Er versteht es, andere an seinen Erkenntnissen teilhaben zu lassen und Wissenschaft so zu vermitteln, dass die Menschen außerhalb seines Fachgebiets ihn verstehen.“

Jörg Hacker ist ein Pionier der molekularen Infektionsforschung. 1983 beschrieb er die sogenannten „pathogenicity islands“ von Bakterien, genetische Elemente, die mehrere Gene enthalten, die z.B. bei uns in koordinierter Weise eine Krankheit auslösen können. Diese genetischen Elemente sind nur locker im Genom der Bakterien verankert, oder sie werden sogar getrennt davon weitergegeben. Sie können leicht zwischen Bakterien ausgetauscht werden. So können sich harmlose Bakterien sehr schnell zu gefährlichen Krankheitserregern entwickeln. Oder Bakterien können Gene austauschen, die sie gegen Antibiotika resistent machen. Durch seine Forschung hat Jörg Hacker entscheidend zum Verständnis der Evolution von mikrobiellen Krankheitserregern beigetragen.

Nach dem Studium in Halle arbeitete Jörg Hacker ab 1980 an der Universität Würzburg, ab 1993 als Leiter des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie. Von 2008 bis 2010 war er Präsident des Robert-Koch Instituts in Berlin, und von 2010 bis 2020 Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Unter seiner Ägide entwickelte sich die Leopoldina zur Deutschen Akademie der Wissenschaft, dem nationalen, unabhängigen Beratungsgremium von heute. In seinen vielfältigen Funktionen als Gestalter der Wissenschaft hat sich Jörg Hacker in einzigartiger Weise um die Entwicklung der Rahmenbedingungen für die Forschung in Deutschland verdient gemacht.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Auszeichnungen für den wissenschaftlichen Nach-wuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.

Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

Informationen für Redaktionen und Publikum:

Save the date: Die Verleihung des Robert-Koch-Preises und der Medaille in Gold wird in Berlin stattfinden, am Freitag, dem 11. November 2022, um 16:30 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (Jägerstraße 22-23, 10117 Berlin).

Die Veranstaltung wird über LinkedIn gestreamt werden, die Profile sind:

LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/robert-koch-stiftung/
Twitter: https://twitter.com/RKStiftung

Alle Beiträge rund um die Veranstaltung werden mit dem Hashtag #Robert-KochAward versehen werden.

Kontakt:
Sabine Timmermann, Tel: +49 (0)214 30-70285, E-Mail: info@robert-koch-stiftung.de

22. November 2021

  • Robert-Koch-Preis 2021 für Yasmine Belkaid und Andreas Bäumler in Doppelzeremonie mit den Vorjahresgewinnern Shimon Sakaguchi und Thomas F. Meyer
  • Robert-Koch-Medaille in Gold 2021 für Kyriacos Costa Nicolaou
  • Preise für Post-Doktoranden 2021: Megan Stanifer, Kilian Schober und Katharina Anna Christina Schaufler
  • Preise für Post-Doktoranden 2020: Petra Bacher, Stephanie Pfänder, Michael Sigal
Berlin – In einer Doppelzeremonie und erstmals in Verbindung mit einer Gesprächsrunde mit dem wissenschaftlichen Beirat wurden am Freitag in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften der Robert-Koch-Preis 2021, die Robert-Koch-Medaille in Gold 2021 und die Auszeichnungen für die Post-Doktorandinnen und Post-Doktoranden des Jahres überreicht. Da die Preisverleihung im vergangenen Jahr ausschließlich online stattfinden konnte, hatte die Stiftung die Preisträgerinnen und Preisträger aus 2020 ebenfalls eingeladen und in persona geehrt.

„Zum ersten Mal in der Geschichte der Stiftung streamen wir diese Veranstaltung in diesem Jahr im Internet“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der RobertKoch-Stiftung, Prof. Dr. Wolfgang Plischke, zur Begrüßung bei der hybriden Preisverleihung. „Zum einen, weil nicht alle Gäste vor Ort sein können, aber auch, um uns allen Menschen gleichermaßen zu öffnen, die sich für die Forschung interessieren. Die Pandemie zeigt, wie wichtig Wissenschaft für die breite Öffentlichkeit ist.“ Er blickte auf heute nahezu täglich in den Medien präsente frühere Preisträger, die sich intensiv mit der Covid-19-Erforschung beschäftigen, wie unter anderem Prof. Dr. Antonio Lanzavecchia und Prof. Dr. Rafi Ahmed (Robert-Koch-Preis 2017), Prof. Dr. Christian Drosten (Postdoktorandenpreis 2004) und Prof. Dr. Anthony S. Fauci (Robert-Koch Medaille in Gold 2013).

Ehrendoktorwürde von Robert Koch in einem alten Schreibtisch

Der Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Prof. Dr. Gerald H. Haug, zitierte aus der Rede Robert Kochs, die dieser anlässlich seines Nobelpreises 1905 in Bezug auf den Kampf gegen Tuberkulose gehalten hatte: „Wenn die Arbeit in dieser kraftvollen Weise fortgesetzt wird, muss der Sieg bald gewonnen sein.“ Leider habe sich das noch nicht bewahrheitet, jährlich erkranken immer noch zehn Millionen Menschen an der Lungenkrankheit, 1,5 Millionen von ihnen sterben daran. „Deswegen kann die Bedeutung von Forschung in einer Pandemie gar nicht intensiv genug gepriesen werden.“

Wie er die Urkunde der Ehrendoktorwürde von Robert Koch in einem alten Schreibtisch fand, erzählte der Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Dr. Christoph Markschies, zugeschaltet aus San Francisco – und wie greifbar und wichtig die Inspiration durch den Namensgeber der Stiftung für die Forschung sei. Jetzt eben nicht mehr nur für die Expertinnen und Experten der Virologie, Immunologie und Mikrobiologie.

Aufgrund der 2020 ins Internet verlegten Feierlichkeiten ehrte die Robert-KochStiftung zunächst die Preisträgerinnen und Preisträger des Vorjahres jetzt zum Teil in Präsenz: Prof. Dr. Shimon Sakaguchi (Robert-Koch-Preis 2020) konnte leider nicht persönlich teilnehmen, Prof. Dr. Thomas F. Meyer (Robert-Koch-Medaille in Gold 2020) war jedoch vor Ort. Er sagte: „Wissenschaft hat immer auch ein völkerverbindendes Element.“ Prof. Dr. Stephanie Pfänder nahm die PostDoktorandinnen-Preise für sich und Prof. Dr. Petra Bacher und sowie für den Post-Doktoranden Dr. Michael Sigal entgegen, die beide nicht vor Ort sein konnten.

Mit Dr. Megan Stanifer, Dr. Katharina Anna Christina Schaufler und Dr. Kilian Schober bekamen zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen und ein Nachwuchswissenschaftler den mit jeweils 5.000 Euro dotierten Preis für Post-Doktorandinnen und Post-Doktoranden 2021. Die Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori, die durch die Feierlichkeiten führte, sprach mit allen dreien über Details ihrer Arbeit und ließ sie Hintergründe sowie Ziele ihrer Forschung erklären.

„Wir müssen dem Ton in der Gesellschaft entgegentreten“

Prof. Dr. Yasmine Belkaid und Prof. Dr. Andreas Bäumler bekamen in diesem Jahr zusammen den mit 120.000 Euro dotieren Robert-Koch-Preis. Sie hatten zunächst am Morgen einem Publikum von über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Online-Vorträgen ihre bahnbrechenden Forschungsergebnisse präsentiert.

Bevor die Preisträgerinnen und Preisträger dieses Jahres ihre Preise in einer feierlichen Zeremonie entgegennahmen, gab es erstmals statt einzelner Laudationes eine Gesprächsrunde mit dem wissenschaftlichen Beirat, vertreten durch Prof. Dr. Heidrun Moll vom Institut für Molekulare Infektionsbiologie in Würzburg, Prof. Dr. Dr. Jürgen Heesemann vom Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene in München und Prof. Dr. Peter Hammann von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH in Frankfurt.

In seiner Laudatio auf die Preisträgerin und den Preisträger sagte Staatssekretär Dr. Thomas Gebhardt im Namen des Bundesministeriums für Gesundheit: „Wir alle haben besonders in der Pandemie der Wissenschaft viel zu verdanken, jede Woche lernen wir etwas Neues.“ Es sei ein wichtiges Signal, dass die Verleihung in dieser Form stattfinde. „Die Wahrnehmung der Wissenschaft in der breiten Öffentlichkeit hat sich verändert: Heute haben Virologen mehr Zulauf in den sozialen Medien als Politiker oder Schauspieler.“ Er sprach jedoch auch über die Kehrseite und kritisierte Anfeindungen gegen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. „Diesem Ton in der Gesellschaft müssen wir entgegentreten.“

„Ohne diese Frauen stünde ich heute nicht hier“

Bewegende Worte des Dankes fand Prof. Dr. Yasmine Belkaid: „Meine Großmütter haben es überhaupt nur möglich gemacht, dass ich heute hier stehe – die algerische wurde schon als Kind verheiratet und konnte keine Bildung genießen, und auch die französische durfte nicht in die Wissenschaft gehen. Aber als Apothekerin brachte sie mir bei, was eine Mikroflora ist. Ohne diese beiden Frauen stünde ich heute nicht hier. Ihnen und allen anderen Frauen in der Welt danke ich von Herzen.“ Die Forschungsarbeiten von Yasmine Belkaid haben in maßgebender Weise gezeigt, wie die Bakterien, die unseren Darm und die Haut besiedeln, unsere Mikroflora, unser Immunsystem trainieren und uns so helfen, Infektionserreger abzuwehren, andererseits aber Nahrungsmittel als ungefährlich zu akzeptieren.

In seiner Rede dankte auch Prof. Dr. Andreas Bäumler seiner Familie: „Ich wollte Wissenschaftler werden, obwohl meine Eltern beide nicht aus diesem Bereich kommen. Sie haben mir immer die Freiheit gegeben, über meinen Karriereweg selbst zu entscheiden.“ Er wurde ausgezeichnet für seine richtungsweisenden Arbeiten zum Verständnis der Regulation der Zusammensetzung und Funktion unserer Mikroflora durch die Zellen des Darmepithels.

Beide Dankesreden unterstrichen eine weitere Bedeutung des Robert-Koch-Preises: Die Inspiration und Motivation für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Lebenswerk: Hunderte von Naturstoffen für die Medizin verfügbar gemacht

Prof. Dr. Kyriacos Costa Nicolaou erhielt die Robert-Koch-Medaille in Gold 2021 für sein Lebenswerk, konnte sie jedoch nicht persönlich in Empfang nehmen. In einem per Videobotschaft gesendeten Dank sprach er auch über die langjährigen persönlichen Beziehungen zur Wissenschaft in Deutschland. Kyriacos Costa Nicolaou hat chemische Synthesewege für hunderte von Naturstoffen entwickelt, und sie so für den breiten Einsatz vor allem in der Medizin verfügbar gemacht. Dabei gelang ihm oftmals der erste synthetische Zugang zu der Zielverbindung, beispielhaft das Krebsmedikament Paclitaxel und das Antibiotikum Vancomycin.

Die musikalische Unterhaltung übernahm Cellist Jakob Daniel Seel. Die Veranstaltung fand unter Einhaltung der 2G+-Regeln und hybrid statt.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Auszeichnungen für den wissenschaftlichen Nach-wuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.

Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

Kontakt:
Sabine Timmermann, Tel: +49 (0)214 30-70285, E-Mail: info@robert-koch-stiftung.de

28. Oktober 2021

Kyriacos Costa Nicolaou wird mit Robert-Koch-Medaille in Gold ausgezeichnet

Auszeichnungen für Post-Doktoranden Megan Stanifer, Kilian Schober und Katharina Anna Christina Schaufler


Berlin, 28. Oktober 2021 – Prof. Dr. Yasmine Belkaid und Prof. Dr. Andreas Bäumler werden am 19. November 2021 in Berlin für ihre bahnbrechende Forschungsarbeiten zur Bedeutung der Mikroflora für das menschliche Immunsystem sowie die Rolle des Darmepithel für die Zusammensetzung der Mikroflora und damit zusammenhängende Auswirkungen bei Infektions- und Entzündungskrankheiten mit dem Robert-Koch-Preis ausgezeichnet.

Bei dem mit 120.000 Euro dotierten Preis handelt es sich um einen der angese­hensten wissenschaftlichen Auszeichnungen Deutschlands.

Ferner wird Prof. Dr. Kyriacos Costa Nicolaou mit der Robert-Koch-Medaille in Gold ausgezeichnet. Jeweils einen mit 5.000 Euro dotierten Preis erhalten drei Nachwuchswissenschaftler*innen Dr. Megan Stanifer, Dr. Kilian Schober und Dr. Katharina Anna Christina Schaufler.

„In Zeiten, in denen Wissenschaft und Forschung immer wieder ins Zentrum des öffentlichen Interesses rücken und oft ungefiltert in sozialen Netzwerken thema­tisiert werden, ist es wichtiger denn je, die harte Arbeit, den ungebrochenen Fleiß und den Wissensdrang aller Frauen und Männer zu würdigen, die ihr Leben der Medizin und der Biologie verschrieben haben“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Plischke, Vorsitzender der Robert-Koch-Stiftung. „Auch in diesem Jahr wollen wir mit den Preisträger*innen in der Bevölkerung und in der Politik gleichermaßen darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Arbeit hinter den Kulissen des Ge­sundheitswesens und des medizinischen Fortschritts ist, und wie sehr sie Einfluss auf die gesamte Gesellschaft hat.“

Robert-Koch-Preis

Der Robert-Koch Preis wird in diesem Jahr geteilt, um bahnbrechende Forschungsarbeiten zu würdigen, die zeigen wie einerseits unsere Mikroflora unser Immunsystem trainiert, andererseits unser Darmepithel die Zusammensetzung unserer Mikroflora bestimmt, und welche Rolle Störungen dieses Dialogs zwi­schen Mikroflora und uns bei Infektions- und Entzündungskrankheiten spielen.

Die algerisch-französische Immunologin Yasmine Belkaid promovierte 1996 am Institut Pasteur in Frankreich über angeborene Reaktionen auf Leishmanien-Infektionen. Sie arbeitete dann am National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) der USA über die Regulation der Immunantwort gegen Leishmanien. Nach einem dreijährigen Forschungsaufenthalt in Cincinnati wechselte sie 2005 als wissenschaftliche Mitarbeiterin wieder an das NIAID, wo sie heute das Mikrobiomprogramm leitet. Sie ist außerdem Professorin an der Universität von Pennsylvania.

Die Forschungsarbeiten von Yasmine Belkaid haben in maßgebender Weise gezeigt, wie die Bakterien, die unseren Darm und die Haut besiedeln, unsere Mikroflora, unser Immunsystem trainieren und uns so helfen, Infektionserreger ab­zuwehren, andererseits aber Nahrungsmittel als ungefährlich zu akzeptieren. Bei chronischen Entzündungen von Darm oder Haut ist dieser Dialog zwischen der Mikroflora und dem Immunsystem gestört, es kommt zu einer Störung des Immungleichgewichts, die entscheidend zu Krankheiten wie Morbus Crohn (chronische Darmentzündung) und Psoriasis (Schuppenflechte) beiträgt. Aber auch Nährstoffmangel kann den Dialog zwischen Mikroflora und Immunsystem stö­ren, das Immunsystem braucht Energie in Form von Kohlenhydraten und Fett, aber auch Stoffwechselprodukte der Mikroflora, um gut gegen Krankheitserreger und Impfstoffe reagieren zu können, und die Immunität über Jahre aufrecht zu erhalten.

Gemeinsam mit Yasmine Belkaid wird Andreas Bäumler mit dem Robert-Koch-Preis ausgezeichnet. Andreas Bäumler studierte Biowissenschaften in Tübingen und promovierte über die Eisenaufnahme und eisenregulierte Gene in den Bak­terien Escherichia coli und Yersinia enterocolitica. Anschließend forschte er an der Oregon Health Sciences University in den USA, und ab 1996 an der Texas A&M University. Seit 2005 ist er Professor an der University of California in Davis.

Andreas Bäumler wird ausgezeichnet für seine richtungsweisenden Arbeiten zum Verständnis der Regulation der Zusammensetzung und Funktion unserer Mikroflora durch die Zellen des Darmepithels. Er konnte zeigen, dass dabei die Zellatmung der Darmzellen und ihr Energiestoffwechsel eine wesentliche Rolle spielen. Wenn die Darmzellen zum Beispiel bei einer Entzündung den Stoffwechsel umstellen, ändert sich die Zusammensetzung der Mikroflora, es kommt zu ei­ner sogenannten Dysbiose, die z.B. bei Darmentzündungen, aber auch bei Rheuma oder Nervenentzündungen den Krankheitsverlauf entscheidend beein­flussen kann. Die Forschung von Andreas Bäumler liefert ganz neue und origi­nelle Ansatzpunkte, um das Gleichgewicht zwischen Mikroflora und Mensch bei diesen Krankheiten wiederherzustellen.

Robert-Koch-Medaille in Gold

Kyriacos Costa Nicolaou erhält die Robert‐Koch‐Medaille in Gold für sein Lebenswerk. Er wurde 1946 in Zypern geboren, siedelte 1964 nach Großbritannien über. Er studierte Chemie an der University of London und schloss seinen Bachelor 1969 am Bedford College ab. 1972 promovierte er und ging dann zunächst an die Columbia University und anschließend zur Harvard University, wo er sich intensiv mit chemischen Verfahren zur Synthese von Naturstoffen beschäftigte. 1976 wurde Kyriacos Costa Nicolaou auf eine Professur an der University of Pennsylvania berufen. Dort entwickelte er Verfahren zur Synthese von Prostaglandinen und Makroliden. Besonders beeindruckend die Herstellung der Endiansäure B, basierend auf Pericyclischen Kaskaden‐ Reaktionen. 1989 wechselte Kyriacos Costa Nicolaou auf eine Professur an der Universität von Kalifornien in San Diego, und etablierte eine Forschungsgruppe am Scripps Research Institut in San Diego.

Ihm ist es zu verdanken, dass das Scripps Research Institute zu einem der bedeutendsten Zentren für Synthetische Chemie und Chemische Biologie weltweit wurde. Zwischen 2005 und 2011 leitete er außerdem ein Labor für chemische Synthese von Naturstoffen in Singapur an dem ICES‐A*STAR Institut. 2013 wechselte er an die Rice University in Houston, Texas, wo er bis heute lehrt und forscht. Kyriacos Costa Nicolaou hat chemische Synthesewege für hunderte von Naturstoffen entwickelt, und sie so für den breiten Einsatz vor allem in der Medizin verfügbar gemacht, wobei ihm oftmals der erste synthetische Zugang zu der Zielverbindung gelang, beispielhaft das Krebsmedikament Paclitaxel und das Antibiotikum Vancomycin.

Post-Doktoranden-Preise

Megan L. Stanifer, Heidelberg, erhält den Postdoktoranden‐Preis für Virologie 2021 in Anerkennung ihrer Arbeiten zur Regulierung von Immunhomöostase an mukosalen Oberflächen. Sie arbeitet im Labor von Dr. Steeve Boulant an der Uni Heidelberg. Ausgezeichnet wird sie für Unter suchungen zur Interaktion von Darmepithelzellen mit Bakterien der Mikroflora, aber auch Bakterien und Viren, die Krankheitserreger sind. Sie konnte zeigen, wie Darmzellen gezielt nur Viren und Bakterien erkennen, die die Schleimhaut überwunden haben und ins Körperinnere vorgedrungen sind, wie die Darmzellen so harmlose Mikroflora von Krankheitserregern unterscheiden können. Die Mutter zweier Kinder ist ein gutes Vorbild dafür, dass es möglich ist, eine erfolg reiche akademische Karriere mit einem Familienleben zu verbinden.

Kilian Schober, Erlangen, erhält den Postdoktoranden-Preis für Immunologie 2021 in Anerkennung seiner Arbeiten auf dem Gebiet der translationalen T-Zell-Forschung. Er hat in Würzburg Medizin studiert und über die Rolle der Autopha­gie in der Pathogenese des Diabetes mellitus promoviert. Von 2014 bis 2021 war er am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der Technischen Universität München tätig. Ausgezeichnet wird er für seine Arbeit über die Entwicklung der T Lymphozyten bei einer Immunreaktion gegen Cytomegaloviren, und die Etablierung einer Methode, um besonders wirksame An­tigenrezeptoren auf andere T Lymphozyten zu übertragen. So könnten Zellen für eine Immuntherapie hergestellt werden. Seit 2021 leitet Kilian Schober eine Arbeitsgruppe am Institut für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der FAU Erlangen-Nürnberg.

Katharina Anna Christina Schaufler, Kiel, erhält den Postdoktoranden Preis für Hygiene und Mikrobiologie 2021. Katharina Schaufler hat 2016 an der Freien Universität Berlin promoviert, dann bis 2018 an der Harvard Medical School gearbeitet. Seit 2019 ist war sie am Institut für Pharmazie der Universität Greifswald tätig, seit 2020 als Leiterin einer selbständigen Nachwuchsgruppe und seit Mai 2021 arbeitet sie an der CAU Kiel. Katharina Schaufler wird ausgezeichnet für ihre Arbeiten zur Aufklärung der Mechanismen und Verbreitung von Antibiotikaresistenzen, insbesondere multiresis tente (MDR) gramnegative und ‐positive Bakterien aus den Familien der Enterobacteriaceae und Enterococcaceae. Ihre Arbeiten bilden die Grundlage für die Erkennung besonders gefährlicher Entwicklungen, eröffnen aber auch neue therapeutische Möglichkeiten durch Adressierung der Resistenzmechanismen. Katharina Anna Christina Schaufler beeindruckt über die wissenschaftliche Arbeit hinaus durch ihren Einsatz, ihre Neugier und ihre Kreativität, mit der sie Innovationen aufgreift.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den höchstrangingen wissen­schaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Auszeichnungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medi­zin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

Informationen für Redaktionen und Publikum:

Die Verleihung wird in Berlin stattfinden, am 19. November 2021 um 16:30 Uhr in der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Die Veranstaltung wird über LinkedIn gestreamt werden, die Profile sind:
LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/robert-koch-stiftung/
Twitter: https://twitter.com/RKStiftung

Alle Beiträge rund um die Veranstaltung werden mit dem Hashtag #Robert-KochAward versehen werden.

Kontakt:
Sabine Timmermann, Tel: +49 (0)214 30-70285, E-Mail: info@robert-koch-stiftung.de

12. Mai 2021

Die Robert‐Koch‐Stiftung fühlt sich dem Erbe Robert Kochs sowohl im Hinblick auf die Grundlagenforschung als auch auf die Infektionsbekämpfung in der Praxis verpflichtet. Deshalb schreibt die Robert‐Koch‐Stiftung 2021 zum fünften Mal einen „Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention“ aus. Sie wird dabei von B. Braun Melsungen AG und BARMER finanziell unterstützt, die das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro bereitstellen. Wir freuen uns auf zahlreiche Bewerbungen, denn dieser Preis ist in der jetzigen Situation aktueller denn jemals vorher“ so Professor Wolfgang Plischke, Vorstand der Robert-Koch-Stiftung.

Näheres zum Ausschreibungsverfahren und den Auswahlkriterien finden Sie hier.

17. November 2020

Berlin – Die Robert-Koch-Stiftung hat am vergangenen Samstag den mit 120.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis 2020 an Professor Shimon Sakaguchi, Leiter des Immunology Frontier Research Center (IFReC) der Universität Osaka (Japan). verliehen.

Professor Thomas F. Meyer, Seniorprofessor an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) erhält die Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk.

Die Preise wurden während einer online-Ehrenkonferenz durch Herrn Professor Plischke, Vorstandsvorsitzender der Robert-Koch-Stiftung und Professor Andreas Radbruch, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Robert-Koch-Stiftung in kleinem Rahmen übergeben. Die persönliche Übergabe, die während eines Festakts in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin stattfinden sollte, wurde ins nächste Jahr verschoben.

Sakaguchi wurde mit dem Robert-Koch-Preis für seine bahnbrechenden Arbeiten zu regulatorischen T-Zellen gewürdigt.

Professor Thomas F. Meyer erhält die Robert-Koch-Medaille in Gold insbesondere für seine Arbeiten auf dem Gebiet der molekularen Infektionsbiologie.

Postdoktorandenpreise für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Während der virtuellen Ehrenkonferenz wurden ebenfalls drei mit je 5.000 Euro dotierte Postdoktorandenpreise der Robert-Koch-Stiftung für herausragende Arbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses verliehen. Vorgeschlagen wurden die Kandidatinnen und Kandidaten von den deutschen Gesellschaften für Hygiene und Mikrobiologie, Immunologie und Virologie.

Der Postdoktorandenpreis für Immunologie ging an Prof. Dr. Petra Bacher, Institute of Clinical Molecular Biology & Institute of Immunology der Christian-Albrechts-University zu Kiel, in Anerkennung ihrer Arbeiten zur Regulation menschlicher Immunantworten.

Den Postdoktorandenpreis für Virologie erhielt Prof. Dr. Stephanie Pfaender, Abteilung f. Molekulare u. Medizinische Virologie, Ruhr-Universität Bochum, in Anerkennung ihrer Arbeiten zur Biologie von Corona-Viren. Dr. med. Michael Sigal, Charité Universitätsmedizin Berlin, bekam den Postdoktorandenpreis für Hygiene und Mikrobiologie in Anerkennung seiner Arbeiten zum Verständnis von gastrointestinalen Infektionen.

Fotos der Ehrenkonferenz sind auf:

www.robert-koch-stiftung.de/preise/preisverleihungen
unter Angabe des Copyrights zur freien Verwendung hinterlegt.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e. V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den höchstrangingen wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Auszeichnungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.

Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

Kontakt:
Sabine Timmermann, Tel: +49 (0)214 30-70 28 5, E-Mail: info@robert-koch-stiftung.de

WEITERE INFORMATIONEN

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