Jeffrey V. Ravetch erhält Robert-Koch-Preis 2018, Staffan Normark mit der Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk ausgezeichnet

16. November 2018

Berlin – Die Robert-Koch-Stiftung hat heute den mit 120.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis 2018 an Professor Jeffrey V. Ravetch von der Rockefeller University in New York, USA, verliehen. Gleichzeitig wurde in Würdigung seines Lebenswerks Staffan Normark, Professor am Karolinska-Institutet in Stockholm, Schweden, mit der Robert-Koch-Medaille in Gold geehrt.

Die Preise überreichte Susanne Wald, Ministerialdirektorin im Bundesministerium für Gesundheit, während des Festakts in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wis-senschaften in Berlin.

Ravetch wurde mit dem Robert-Koch-Preis für seine bahnbrechenden Forschungsarbei-ten zur Analyse der Antikörper-Antwort gewürdigt. In seiner Laudatio hob Nobelpreis-träger Professor Jules Hoffmann die Arbeiten des Preisträgers hervor: „Jeff Ravetch gilt als einer der zentralen Akteure der modernen Immunologie, sowohl im Bereich der Grundlagenforschung als auch bei der klinischen Immunologie. Die Untersuchungen von Ravetch und seinen Kollegen stellen einen Paradigmenwechsel bei der Betrachtung von Antikörpern dar. Insbesondere die Entdeckung der funktionalen Diversifizierung von Antikörpern aufgrund der Modulation der Fc-Struktur und ihrer gekoppelten Ef-fektorwege hat neue und zahlreiche Möglichkeiten bei der Behandlung von Autoim-munerkrankungen und bei Krebsimmuntherapien eröffnet.“

Normark wurde für sein Lebenswerk, insbesondere für seine Arbeiten zur Pathogenität von Krankheitserregern, gewürdigt. Laudator Professor Jörg Hacker, Präsident der Nati-onalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, erkannte Normarks Leistungen an: „Er ist weltweit für seine erfolgreichen Beiträge zur Mikrobiologie, vor allem zur Infek-tionsforschung, bekannt. Seine Untersuchungen konzentrieren sich hauptsächlich auf die pathogenen Eigenschaften von Bakterien, insbesondere von Escherichia coli und Helicobacter pylori sowie von Gonokokken und Salmonellen. Er ist ein internationaler Vorreiter im Verständnis, wie bakterielle Pathogene an Zellen binden und konnte erst-malig zeigen, dass das ulzerogene Bakterium Helicobacter pylori dazu in der Lage ist, an Epithelzellen im Magen zu binden. Sein Werk hat dazu beigetragen neue Therapien zu entwickeln und hat zur Entwicklung eines experimentellen Impfstoffes gegen Harn-weginfektionen geführt.“

Postdoktorandenpreise für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Während des Festakts wurden ebenfalls die mit je 5.000 Euro dotierten Postdokto-randenpreise der Robert-Koch-Stiftung für herausragende Arbeiten des wissenschaftli-chen Nachwuchses verliehen. Vorgeschlagen wurden die Kandidatinnen und Kandida-ten von den deutschen Gesellschaften für Hygiene und Mikrobiologie, Immunologie und Virologie.

Den Postdoktorandenpreis für Virologie erhielt Dr. Maximilian Münchhoff, Max von Pettenkofer-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München, für seine Arbeiten zur Analyse von HIV-Infektionen.

Dr. Lisa Beate Maier, European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg, bekam den Postdoktorandenpreis für Mikrobiologie für ihre Arbeiten zur Bedeutung der Mikrobio-ta bei bakteriellen Darminfektionen.

Der Preis für Immunologie ging dieses Jahr zu gleichen Teilen an Dr. Christian Mayer, Rockefeller University New York, für seine Untersuchungen auf dem Gebiet der adapti-ven Immunität sowie an Dr. Christian Schwartz, Trinity College Dublin, für seine Unter-suchungen zur Immunabwehr gegen Helminthen.

Ihre Ansprechpartnerin bei der Robert-Koch-Stiftung e. V.:
Christine Howarth, Tel: +49 (0)30-468-11599, Email: info@robert-koch-stiftung.de

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