Martin J. Blaser

Robert-Koch-Medaille in Gold 2019

Das Wichtigste sei es, seiner inneren Stimme zu folgen – sagt Martin J. Blaser, wenn ihn junge KollegInnen fragen, welchen Rat er ihnen mit auf den Lebensweg geben würde: „Immer der Nase nach, und dann gucken, wohin einen das führt!“ Wie weit man mit dieser Haltung kommen kann, stellt Blasers Lebenswerk eindrucksvoll unter Beweis.

1998 gründete er die „Foundation for Bacteria“, um breiter angelegte Studien zur komplexen Rolle von Bakterien zu fördern. Blaser und sein Team fanden die ersten Hinweise darauf, dass eine Besiedelung des menschlichen Magens mit H. pylori vor schweren Erkrankungen der Speiseröhre schützen kann, darunter Speiseröhrenkrebs. Und es gab starke Indizien dafür, dass er auch vor kindlichem Asthma bewahrte.

In seinem vielzitierten Essay „What are the consequences of the disappearing human microbiota?“, den er 2009 zusammen mit dem amerikanischen Mikrobiologen Stanley Falkow veröffentlichte, warnte er vor einem fatalen „Artensterben“ im menschlichen Mikrobiom, das zu einer massiven Zunahme moderner Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Asthma, Fettleibigkeit („Adipositas“) und Nahrungsmittelallergien geführt habe. Die in seinem Labor durchgeführten Experimente zeigten, dass Antibiotika-Expositionen in jungen Jahren durch ein gestörtes Mikrobiom eine kausale Rolle bei Fettleibigkeit, juvenilem Diabetes und entzündlichen Darmerkrankungen spielen können. Mit seinem Buch „Missing Microbes: How the Overuse of Antibiotics Is Fueling Our Modern Plague“ (deutsch: „Antibiotika-Overkill: So entstehen die modernen Seuchen“) wandte sich Blaser dann auch an ein breiteres Publikum.

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